Dieses Projekt verbindet Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und kollektives Handeln. Auf degradierten Flächen im Nordosten Brasiliens pflanzen Anatol und Polly gemeinsam mit lokalen Kleinbäuer:innen Bäume, bauen gesunde Lebensmittel an und schaffen neue soziale Strukturen. Agroforst bedeutet hier mehr als Landwirtschaft: Es steht für einen solidarischen Ansatz, der Böden, Klima und Gemeinschaften stärkt.
Agroforst‑Initiative in Bahia und Köln. Bäume pflanzen, Gemeinschaft aufbauen, Böden regenerieren – solidarisch, klimagerecht, lokal verankert.
Anatol & Polly, Kleinbäuer:innen, Vereinsstruktur
seit 2019 (Crowdfunding)
Regenerative Landwirtschaft kann Armut, Klimakrise und Hoffnungslosigkeit zugleich bekämpfen, wenn sie lokal verankert, kollektiv getragen und global solidarisch gedacht wird.
Dieses Projekt verbindet Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und kollektives Handeln. Auf degradierten Flächen im Nordosten Brasiliens pflanzen Anatol und Polly gemeinsam mit lokalen Kleinbäuer:innen Bäume, bauen gesunde Lebensmittel an und schaffen neue soziale Strukturen. Agroforst bedeutet hier mehr als Landwirtschaft: Es steht für einen solidarischen Ansatz, der Böden, Klima und Gemeinschaften stärkt.
Seit wann gibt es das Projekt?
Seit 2019 als direkte Antwort auf die Brände im Amazonas und die politische Lage unter Bolsonaro.
Wie hat sich das Projekt entwickelt?
Der Anfang war ein Crowdfunding. Damit kauften Anatol und Polly sieben Hektar Land, bauten ein Haus, gründeten eine Baumschule und begannen gemeinsam mit der Nachbarschaft mit der Wiederaufforstung. Es folgten kollektive Strukturen, eine CO₂-Bilanzierung und die Verarbeitung regionaler Ernten.
Wie ist das Projekt organisiert?
Anatol und Polly sind die Initiator:innen. Sie werden unterstützt durch eine Vereinsstruktur in Deutschland und Brasilien, ein fest angestelltes Team vor Ort sowie durch enge Kooperationen mit Kleinbäuer:innen aus der Region.
Wie wird das Projekt finanziert?
Gestartet mit Spenden und Crowdfunding, finanziert sich das Projekt heute über Mitgliedsbeiträge, Förderpartnerschaften, Bildungsarbeit und solidarische Wertschöpfungsketten.
2. Persönlicher Bezug & Motivation
Wer steckt hinter dem Projekt?
Anatol (aus Köln) und Polly (aus Goiânia) sind nicht nur ein Paar, sondern ein eingespieltes Team. Beide bringen Erfahrungen aus Aktivismus, Wissenschaft und Gemeinschaftsarbeit mit. Polly hat indigene Wurzeln. Ihre Verbindung zum Land ist tief verankert.
Warum engagieren sich die Beteiligten?
Weil sie die Realität kennen: soziale Ungleichheit, Klimazerstörung, extraktivistische Wirtschaftsweisen. Und weil sie gemeinsam mit anderen konkrete, lokale Alternativen schaffen wollen.
Gab es einen Auslöser oder ein Schlüsselerlebnis?
Die Amazonas-Brände 2019 und die Wahl Bolsonaros waren ein Weckruf. Gleichzeitig wuchs der Wunsch, aufs Land zu ziehen und dort etwas Eigenes aufzubauen.
Welche Werte oder Überzeugungen vertritt das Projekt?
Solidarität statt Konkurrenz, kollektives Handeln statt Einzelkämpfertum. Ein ökologisches Bewusstsein, das indigene Perspektiven einbezieht und ein klares Nein zu ausbeuterischen Strukturen.
Welche persönlichen Klimawandel-Erfahrungen gibt es?
Dürre, Wassermangel, ausgezehrte Böden. Die Folgen sind spürbar. Aber auch der Wille, genau hier mit konkreten Lösungen anzusetzen.
3. Wirkung & Zielgruppen
Wie trägt das Projekt zum Klimaschutz bei?
Durch Aufforstung in Agroforstsystemen, CO₂-Bindung, Humusaufbau, Förderung lokaler Ernährungssouveränität und durch das Teilen von Wissen, das langfristig wirkt.
Welche Erfolge sind sichtbar oder messbar?
Allein auf einem Hektar wurden 138 Tonnen CO₂ gebunden. Es entstanden stabile Humusschichten, bezahlte und sozialversicherte Arbeitsplätze sowie zunehmende Unterstützung aus dem In- und Ausland.
Wen spricht das Projekt an?
Menschen vor Ort, insbesondere Kleinbäuer:innen, Nachbar:innen, Kinder. Aber auch Unterstützer:innen aus Deutschland, etwa über Baumpatenschaften oder Workshops.
Wer wird aktuell erreicht?
Unterstützer:innen aus Europa, Nachbarschaften in Brasilien, Menschen, die sich vor Ort oder digital aktiv einbringen möchten.
Wen möchte das Projekt künftig besser erreichen?
Weitere Kleinbäuer:innen, Unterstützer:innen und Menschen mit Lust auf ein Leben auf dem Land. Kurz: Alle, die Zukunft aktiv mitgestalten wollen.
Welche Methoden werden genutzt?
Workshops, Mitmachaktionen, Kurse, persönliche Gespräche, digitale Vernetzung – immer praxisnah und zugänglich.
4. Zusammenarbeit, Community & Kommunikation
Welche Rolle spielt Zusammenarbeit im Projekt?
Alles basiert auf Gemeinschaft, gegenseitiger Hilfe und lokalen Netzwerken. Jede:r trägt bei – und alle profitieren.
Mit wem gibt es Kooperationen oder Netzwerke?
In Brasilien gibt es enge Kooperationen mit Kleinbäuer:innen. In Deutschland unterstützt der Verein bei Organisation, Spendenakquise, Öffentlichkeitsarbeit und Bildungsarbeit.
Wie kommuniziert das Projekt nach außen?
Direkt und nahbar: über soziale Medien, persönliche Geschichten, Fotos, Besuche vor Ort. Es geht um Verbindung – nicht um Hochglanzpräsentation.
Welche Erzählformate wirken besonders gut?
Bilder mit Wirkung, etwa die, der mächtigen Baobab-Bäume. Aber auch persönliche Geschichten, familiäre Bezüge zum Land, Stimmen aus der Nachbarschaft wirken authentisch und inspirierend.
Wo gibt es kommunikative Hürden?
Klimafreundliche Landwirtschaft ist oft unsichtbar. Es braucht gute Geschichten, um ihre Bedeutung greifbar zu machen, und eine Sprache, die politisch klar, aber alltagsnah bleibt.
Wie wird öffentliche Sichtbarkeit aufgebaut?
Baumpatenschaften, Medienpräsenz, gezielte Kommunikation. Stets bodenständig und im Austausch mit der Basis.
5. Herausforderungen & Zukunftsperspektiven
Vor welchen Herausforderungen steht das Projekt?
Mangelnde finanzielle Mittel, fehlende politische Unterstützung, unzureichende Infrastruktur für regionale Verarbeitung. All das erschwert die Arbeit.
Wie werden diese gemeistert?
Durch Gemeinschaft. Vieles wird gemeinsam getragen, geteilt, selbst organisiert oder gebaut. Die Nachbarschaft bildet das tragende Rückgrat.
Was sichert den langfristigen Erfolg?
Stabile Lebensgrundlagen, lokale Bildungsangebote, funktionierende Kreisläufe und die Fähigkeit, auf Krisen flexibel zu reagieren.
Welche nächsten Schritte oder Verbesserungen sind geplant?
Der Bau einer lokalen Manufaktur zur Weiterverarbeitung, um Wertschöpfung in der Region zu halten.
Welche Vision verfolgt das Projekt?
Ein solidarisches, klimapositives Landwirtschaftsmodell, das lokale Strukturen wiederbelebt und zeigt, wie eine zukunftsfähige Welt konkret aussehen kann.