Erzählung von Klimaflucht

Eldrydd SMITH

Dolmetscherin und Projektleiterin

Eldrydd SMITH' Haus und Grundstück an der Wupper bei Solingen sind 2021 überflutet worden. (Zeitgleich zum Hochwasser an der Ahr). Schwerpunkt hier: Tiere und Pflanzenwelt
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Seit fast drei Jahrzehnten lebt Eldrydd Smith in einer Flusskurve der Wupper bei Solingen – umgeben von Wald, Vögeln, Füchsen und Wasser. Im Juli 2021 verwandelt sich dieses Paradies in eine Naturkatastrophe: Innerhalb weniger Stunden steigt der Fluss über zwei Meter, reißt Bäume, Brücken, Wohnwagen und Geröll mit sich, überflutet Haus und Hof. „Es war laut wie ein Wasserfall“, erzählt sie. Die Evakuierung in der Nacht rettet ihr Leben, doch die Wupper hat das Tal verändert. Aus sanften Ufern wurden steile Kanten, ganze Landstücke weggespült. Invasive Pflanzen wie japanischer Knöterich, Springkraut und Bärenklau breiten sich seitdem rasch aus – sie verdrängen heimische Arten und bedrohen das Gleichgewicht der Natur. Auch Tiere und Pflanzenwelt haben massiv gelitten: Waschbären, Rehe, Vögel und unzählige Kleintiere sind gestorben, Nester wurden zerstört, der Boden verseucht, das Brunnenwasser unbrauchbar. Für Eldrydd Smith, die Vorsitzende der örtlichen Fischereigenossenschaft, ist das Hochwasser Sinnbild eines ökologischen Wendepunkts – und Teil einer größeren Klimageschichte. Auch hier, im Herzen Deutschlands, verlieren Menschen ihre Sicherheit, müssen fliehen – nicht über Grenzen, sondern aus alten Lebensweisen und Gewohnheiten. Eldrydd Smith sieht sich als eine von vielen, die durch den Klimawandel zu Veränderten geworden sind. Heute beobachtet sie, wie sich an flacheren Kiesufern neues Leben bildet – und doch mahnt sie: Flüsse brauchen Raum. „Wir müssen wieder mit der Natur leben, nicht gegen sie“, sagt Eldrydd Smith. Ihr Blick auf die Wupper ist geblieben – aber nie wieder derselbe.
Klima & Umwelt Orte & Regionen Folgen & Verantwortung
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  • Eldrydd Smith lebt seit fast 30 Jahren in einem Haus an der Wupper. Ein idyllisches Zuhause mitten in einem Naturschutzgebiet, fernab vom Stadtlärm. Überschwemmungen in dieser Region waren bekannt, doch Stauseen sorgen für Sicherheit – bis im Juli 2021 eine Flutwelle mit unvorstellbarer Wucht das gesamte Gebiet verwüstet.  
  • Nach der Flut ist nichts mehr wie zuvor: Das sanfte Ufer ist abgerissen, das Grundwasser verseucht, invasive Pflanzen breiten sich aus. Unzählige angeschwemmte Mengen an Müll prägen das Bild nach der Katastrophe –  und der Gestank von Öl und Abwasser ist in Wupperhof allgegenwärtig.
  • In den ersten Tagen nach der Flut müssen Eldrydd Smith und ihre Nachbarschaft vieles selbst in die Hand nehmen. Mit der Unterstützung einiger lokaler Unternehmen sowie freiwilligen Helferinnen und Helfer kann das Leben nach der Katastrophe zunächst notdürftig organisiert werden. Doch schon bald folgt ein Marathon voller bürokratischer Hürden.
  • Die Flut hat nicht nur die Landschaft, sondern auch die Gemeinschaft in Wupperhof verändert: Ein Restaurant, das zum Treffpunkt der Gemeinde wurde, gibt es nicht mehr. Einige Menschen sind gegangen, andere Menschen sind gekommen. Der mühselige Wiederaufbau treibt einen Keil zwischen die hinterbliebenen Betroffenen.
  • Der Klimawandel ist keine Überraschung. Seit mehr als 50 Jahren wird vor den fatalen Folgen des Klimawandels gewarnt. Doch noch immer verschließen sich viele Menschen vor der Realität und halten an alten Denkmustern fest. 

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