Erzählung von Klimaengagement, best-practice-project
Anatol GUNKEL / Polly DI
'Klimaretten-Selbermachen' – Agroforst-Landwirtschaft in Brasilien/Köln
In Brasilien begegnen sich Anatol und Polly. Was als Austausch beginnt, wird zur gelebten Ökologie: Permakultur, Selbstorganisation, ein Garten als politische Schule.
Anatol M. wächst in Köln auf – mit einer Familiengeschichte, die von Flucht und Rückkehr zwischen Deutschland und Brasilien erzählt. Jahrzehnte später kehrt er freiwillig zurück: nicht aus Not, sondern um zu verstehen, wie Menschen anders leben können. In Fortaleza trifft er Polly S., Filmemacherin und Aktivistin mit indigenen Wurzeln. Beide teilen den Wunsch, Theorie und Alltag, Ökologie und Gerechtigkeit zu verbinden.
Als ihre Filmschule von Schließung bedroht ist, erlebt Polly, wie kollektiver Widerstand funktioniert. Anatol lernt im Nordosten Brasiliens eine Ökologie kennen, die keine Theorie ist, sondern Überleben. Gemeinsam beginnen sie zu pflanzen – zunächst im Garten einer Stadtwohnung, später auf eigenem Land.
Aus dieser Praxis entsteht ein Lebensmodell: Permakultur als politische Haltung. Sie dokumentieren, sammeln Saatgut, teilen Wissen, und verstehen das Gärtnern als Forschung und Aktivismus zugleich.
„Wir wollten kein romantisches Zurück zur Natur“, sagt Anatol, „sondern eine Schule des Handelns.“ Für beide wird der Garten zur Metapher für Gerechtigkeit: ein Ort, an dem Geschichte, Wissen und Zukunft zusammenwachsen.